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Digitalisierung im Gesundheitswesen

Veröffentlicht am 01.08.2023

Das Gesundheitswesen steht heute vor einer Vielzahl von Herausforderungen, die eine kontinuierliche Weiterentwicklung erfordern, um den steigenden Anforderungen und dem Fachkräftemangel gerecht zu werden. Die Digitalisierung von Prozessen ist dabei eine vielversprechende Antwort auf diese Herausforderungen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie die Digitalisierung Prozesse im Gesundheitswesen optimiert und dadurch Kosten eingespart und Personal entlastet werden können.

Was bedeutet digitales Gesundheitswesen?

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen bezieht sich auf die Integration digitaler Technologien und Lösungen, um die Effizienz, Qualität und Zugänglichkeit der Gesundheitsversorgung zu verbessern.

Dabei können die Anwendungen sehr vielseitig sein. Neben elektronischen Patientenaktien, Telemedizin, roboterassistierte Chirugie sorgen auch IoT-Lösungen wie Wearables und intelligente Gebäude für mehr Effizienz im Gesundheitswesen. Als Experten für das Internet der Dinge (IoT) werden wir im Folgenden näher darauf eingehen, wie IoT-Lösungen im Gesundheitswesen Mehrwert schaffen können.

Bevor wir uns den konkreten Anwendungen von IoT-Lösungen im Gesundheitswesen zuwenden, ist es wichtig, das Konzept des IoT zu verstehen. IoT bedeutet “Internet der Dinge” und bezieht sich auf die Vernetzung physischer Geräte und Objekte über das Internet. Diese Geräte und Objekte sind mit Sensoren, Aktoren und Kommunikationstechnologien ausgestattet, die es ihnen ermöglichen, ohne direkte menschliche Interaktion Daten zu sammeln, Informationen auszutauschen und auf Befehle zu reagieren.

Digitale Infrastruktur schafft mehr Überblick

Bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen haben IoT-Lösungen das Potenzial, die Effizienz, Sicherheit und Qualität der Patientenversorgung zu verbessern. Denn durch die Integration intelligenter Sensoren, die Daten in Echtzeit erfassen, und den Einsatz modernster Kommunikationstechnologien ermöglichen IoT-Lösungen eine nahtlose Vernetzung von medizinischen Geräten, Einrichtungen und medizinischem Personal. Durch diese intelligente Vernetzung entsteht eine digitale Infrastruktur, die einen umfassenden Überblick über den Gesundheitszustand von Patienten, den Betrieb medizinischer Einrichtungen und die Nutzung von Ressourcen bietet. Mit diesem Wissen können Entscheidungsträger fundierte, datengestützte Entscheidungen treffen und Prozesse optimieren. Die folgenden praktischen Anwendungen zeigen, wie das IoT alltägliche Abläufe durch die Vernetzung von Objekten optimiert.

1. Präzise Temperaturüberwachung: Schutz für Medikamente, Proben und Lebensmittel

Die vom Hersteller angegebenen Temperaturbereiche von Arzneimitteln dürfen bei der Lagerung in Apotheken nicht über- oder unterschritten werden – das schreibt die Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO §4, §29) vor. Ähnlich verhält es sich bei Lebensmitteln. Durch die am 1. Januar 2006 in Kraft getretene EU-Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene, ist für jeden die Einrichtung eines HACCP Konzepts Pflicht, der Lebensmittel behandelt oder in Verkehr bringt. HACCP-Konzepte sind interne Eigenkontrollsysteme um die Lebensmittelsicherheit für den Verbraucher garantieren zu können und sehen ebenfalls die Dokumentation und Kontrolle von Temperaturen vor.

Häufig werden die Kontrollen manuell durchgeführt und dokumentiert, was einen hohen Zeit- und Arbeitsaufwand darstellt, ein erhöhtes Risiko an Fehlern bietet sowie die Auswertung erschwert. Hierbei schaffen IoT-fähige Sensoren Abhilfe. Denn sie ermöglichen eine präzise und automatisierte Überwachung von Temperaturen in Medikamentenschränken, Laboren und Kantinen. Die intelligenten Sensoren erfassen Temperatur und Luftfeuchtigkeit und senden kontinuierlich Daten an zentrale Plattformen. Das medizinische Personal und Verwaltungsmitarbeiter erhalten umgehend Benachrichtigungen, wenn die Temperaturen außerhalb des festgelegten Bereichs liegen. Dadurch können sie sofort reagieren, um die Integrität von Medikamenten, Proben und Lebensmitteln zu gewährleisten. Die Genauigkeit der Temperaturüberwachung trägt zu einer verbesserten Patientensicherheit und einer optimierten Ressourcennutzung bei.

2. Patientenüberwachung

Wearables in Form von Armbanduhren und Sensoren können Patienten überwachen und wichtige Gesundheitsdaten wie Herzfrequenz, Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Aktivitätsniveau erfassen. Diese Daten können in Echtzeit an das medizinische Personal übermittelt werden, um eine kontinuierliche Überwachung und ein rechtzeitiges Eingreifen bei Veränderungen des Gesundheitszustandes oder bei Stürzen etc. zu ermöglichen.

3. Smart-Buildings: Automatisierte Gebäude

Im Gebäudebereich gibt es zahlreiche IoT-Anwendungen, die die Gebäudeeffizienz, den Energieverbrauch, die Raumnutzung und die Ressourcennutzung optimieren können. Beispielsweise können Beleuchtung und Klimatisierung automatisch an den Bedarf angepasst werden, um Energie zu sparen. Darüber hinaus können IoT-Sensoren erkennen, welche Räume gerade genutzt werden und welche leer stehen. So lässt sich die Raumnutzung optimieren und sicherstellen, dass Ressourcen effizient genutzt werden. Intelligente Kameras und Sensoren können außerdem dazu beitragen, die Sicherheit in medizinischen Einrichtungen zu erhöhen. Sie können potenzielle Sicherheitsrisiken wie zum Beispiel unbefugter Zugang erkennen und das Personal rechtzeitig informieren, um angemessen zu reagieren.

4. Vernetzte medizinische Geräte

Die Vernetzung medizinischer Geräte durch IoT-Technologien ist eine der fortschrittlichsten Anwendungen im Gesundheitswesen und bietet zahlreiche Vorteile. Durch die Integration von Sensoren und Kommunikationsfunktionen in medizinische Geräte können diese miteinander und mit anderen IT-Systemen in der Einrichtung verbunden werden. Dadurch entsteht ein nahtloses Netzwerk, das wichtige medizinische Daten in Echtzeit erfasst, überwacht und austauscht. Dies ermöglicht es, ein umfassendes Bild vom Zustand eines Patienten zu erhalten und fundierte klinische Entscheidungen zu treffen. Dies wiederum kann die Patientensicherheit erhöhen und die Qualität der medizinischen Versorgung verbessern.

5. Überwachung von Luftqualität

IoT Sensoren überwachen die Luftqualität in Räumen. Dabei erfassen sie die Temperatur, Luftfeuchtigkeit, CO2 sowie flüchtige Organische Verbindungen. So können Infektionsrisiken frühzeitig erkannt werden und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Echtzeitwarnungen ermöglichen dabei schnelle Reaktionen oder die automatisierte Regelung von Luftzufuhr und- Austausch.

Fazit

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen und die Integration von IoT-Lösungen bieten ein enormes Potenzial, um die Effizienz, Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung zu verbessern. Von der präzisen Temperaturüberwachung von Medikamenten, Proben und Lebensmitteln in Apotheken bis hin zur Echtzeitüberwachung der Vitalwerte von Patienten durch vernetzte medizinische Geräte – die Möglichkeiten sind vielfältig. Auch das automatisieren und vernetzen von Gebäuden sorgt für die effizientere Nutzung von Ressourcen effizienter die Erhöhung von Sicherheit. Die Überwachung der Raumluftqualität durch IoT-Sensoren trägt dazu bei, Infektionsrisiken frühzeitig zu erkennen und entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Digitalisierung und IoT-Lösungen spielen somit eine wichtige Rolle bei der Transformation des Gesundheitswesens hin zu einer vernetzten, effizienten und sicheren Umgebung für Patienten und medizinisches Personal.


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